Das Kloster der weißen Mönche besucht.

(Dez. 2010)
Zu einem Besuch der Zisterzienser-Abtei des Klosters Walkenried startete eine
53köpfige Reisegruppe des LandFrauenvereins Gronau und Umgebung kürzlich bei recht frostigem Winterwetter. Zudem hatte die Reiseleitung unter Christine Meyer neben einer kleinen Adventsüberraschung, einen geruh -und erholsamen Tag in dem Kloster Walkenried mit einer interessanten Führung und Beköstigung vorbereitet. Dort angekommen, wurden sie von einem Solotrompeter und zwei charmanten Gästeführerinnen mit dem Willkommenstrunk „Harzer Feuer mit Schierker Schuss" begrüßt. Beim geführten Spaziergang durch die sehr gut erhaltene Klosterruine waren die Landfrauen besonders von dem Weg durch den mit Kerzen ausgeleuchtetem, großartigen Kreuzgang. Die Gästeführerin berichtete von dem Kloster, das früher nur von Mönchen bewirtschaftet wurde, und brachte den Landfrauen das Leben der Mönche sehr anschaulich nahe. . Es war zu hören, dass das Stammkloster des Zisterzienser Ordens in Jahre 1098 im burgundischen Citeaux gegründet wurde. Von hieraus verbreitete sich der neue Orden der Weißen Mönche über ganz Europa aus. Ihre Ordenstracht ist im Gegensatz zu den schwarzen Kutten der Benediktiner weiß. Adelheid von Walkenried stiftete 1127 das dritte Zisterzienserkloster in Deutschland. In Walkenried wurden alle Standortkriterien einer Zisterze erfüllt: weitab von Siedlungen, Lage in einer Niederung, Wasserbedarf, sowie wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeit. 1129 traf ein Gründungskonvent mit 12 Mönchen und einem Abt aus dem Kloster Kamp am Niederrhein in Walkenried ein und nahm die Arbeit auf. In Spitzenzeiten waren im Kloster 80 Mönche und 180 Laienbrüder untergebracht. Das Kloster erlebte einen großen wirtschaftlichen Aufschwung durch eigene Bergwerke und bewirtschaftete Ländereien. Die 90 Meter lange gotische Klosterkirche, eine der größten Kirchen Norddeutschlands wurde nach 80jähriger Bauzeit 1290 geweiht, auch der doppelte Kreuzgang (Lesegang) wurde fertig gestellt und eingeweiht. Während des großen Bauernaufstandes am 3. Mai 1525 unter Thomas Müntzer besetzten und plünderten 800 Bauern das Kloster Walkenried. Der Abriss des Dachreiters durch die Aufständischen leitete den Verfall der Kirche ein. Die noch anwesenden Mönche flüchteten mitsamt Urkunden und Kleinodien aus Walkenried. Heute werden die noch vorhandenen Gebäude und Gemäuer als Museum und für kulturelle Veranstaltungen genutzt. - Im ehemaligen Reflektorium, dem einstigen Speisesaal der Mönche, erwartete die Landfrauen der gedeckte Tisch - das „Harzer Kniester Essen". Stimmungsvoll umrahmt mit weihnachtlichen Klängen wurde das Essen der Teilnehmerinnen von einer Mutter (Orgel) und ihrem 9jährigen Sohn (Geige). Auf dem Nachhauseweg sorgten die schneeglatten Straßen noch für einen kurzen Aufenthalt. Der große Bus schaffte den Berg nicht. Aber dank der Hilfe von Polizei, Schneeräumfahrzeug und der ruhigen Art des Busfahrers ging es schon nach einer Viertelstunde schön langsam zurück in die Heimat.